Öffentlicher Raum, Straßen, Wege und Plätze:

Holzbrücke in Schönecken - Einbindung in LandschaftsraumHolzbrücke in Schönecken - TeilansichtHolzbrücke in Schönecken - Teilansicht 2Holzbrücke in Schönecken - Tragkonstruktion mit VerbindungsknotenHolzbrücke in Schönecken - Tragkonstruktion 3 

Baukultur und Ingenieurbauwerke

Die Kultur des Bauens und Gestaltens  zeigt sich nicht nur in der regionalen Architektur. Auch  vielfältige, sehr innovative Ingenieurbauwerke kennzeichnen die individuelle Baukultur des Eifelkreises Bitburg-Prüm.  Ein aktuelles Beispiel hierfür  stellt die kürzlich in Schönecken entstandene neue Fußgängerbrücke dar.   

Das neue Brückenbauwerk ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit des durch die Regionalmarke EIFEL zertifizierten örtlichen Unternehmens Holzbau Floss und des Lehr– und Forschungsgebietes Holz, Prof. Dr. Becker, der Hochschule Trier.  Natürlich getrocknetes Holz (Douglasie) aus der näheren Umgebung dient als Ausgangsmaterial für die neuartige Tragwerksentwicklung in Form eines Fachwerksystem aus geschältem Rundholz mit eigens hierfür entwickelten Verbindungsknoten aus einem speziellen Polymerbeton. Die Hochleistungsknotenlösung aus Polymerbeton wurde von der Hochschule Trier entwickelt und in vielen praktischen Laborversuchen zusammen mit Fa. Floss, Schönecken, erfolgreich getestet. Die erarbeiteten Ergebnisse sind Grundlage für die Erstellung des ersten Prototyps in Schönecken. 

Das Tragwerk der Brücke mit einer Spannweite von ca. 13 Metern besteht aus einem sogenannten Dreigurtträger mit einem untenliegenden gebogenen bzw. segmentierten Druckgurt aus Rundholz. Hierdurch kann die gesamte Last der Brückenkonstruktion auf die uferseitigen Widerlager abgetragen werden. Diese Konstruktion hält einer Belastung von mehr als 3 Tonnen stand.  Während die Tragkonstruktion im Werk der Fa. Floss vormontiert werden konnte, wurde das aus Massivholz bestehende Brückendeck vor Ort mit einer Abdichtung aus Gussasphalt versehen und bildet die begehbare Fläche und zudem den Feuchtigkeitsschutz für die darunterliegende Holzkonstruktion.  

Das in baukultureller Hinsicht Besondere dieses Bauwerkes stellt die Nachhaltigkeit durch Verwendung heimischen Materials, die filigrane Gestaltung und Leichtigkeit des Holzbauwerkes und der eigens neu entwickelte Verbindungsknoten aus Polymerbeton dar.   

 

Das Projekt wurde neben weiteren drei Projekten mit dem Holzbaupreis Eifel 2016 ausgezeichnet.

pdfTV_29.11.2016_Holzbaupreis_Eifel_2016__Brücke_in_Schönecken.pdf

 

 

Architekt: Peter Floss, Architekt, Schönecken

Fotos: © Holzbau Floss, Schönecken