Verwaltungs- u. Betriebsgebäude Kommunale Netze (KNE) in 54595 Prüm (2014)

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Genius Loci – harmonische Einbettung in die Eifel-Landschaft

Der Neubau des Verwaltungs- und Betriebsgebäudes der Kommunalen Netze Eifel (KNE) bildet den städtebaulich wichtigen Auftakt zur anstehenden Erweiterung des Gewerbegebietes L11, Niederprüm. Das Konzept für die Architektur, die Szenographie der einzelnen Funktionseinheiten und die Gestaltung der Außenanlagen wird konsequent aus dem vorhandenen Naturraum abgeleitet. 

Die klaren, kubischen Baukörper bilden durch ihre eigenständige Form einen klaren, identitätsstiftenden Abschluss zur B410. Das dreigeschossige Verwaltungsgebäude nimmt den Geländeverlauf auf und schiebt sich mit dem Untergeschoss in die vorhandene Topographie. Getrennt durch den asphaltierten Betriebshof schließt das eingeschossige Betriebsgebäude hierzu parallel an. Die Fassade des Gebäudeensembles ist durch eine vorgesetzte, vertikale Holzverschalung aus Lärchenholz geprägt und bettet sich somit harmonisch in das natürliche Umfeld ein. Diese Materialität spiegelt den ökologischen Zukunftsgedanken des Unternehmens wider und unterstützt zudem den landschaftlich geprägten Standort der Gebäude.

Funktionale Lösung

Das Gebäudeensemble ist in seiner Funktion und Struktur klar ablesbar. Der Haupteingang des Verwaltungsgebäudes ist präzise ausformuliert und der Örtlichkeit angemessen inszeniert. Von dort erreicht man über einen Windfang den offenen Foyerbereich, der durch seinen repräsentativen Charakter eine wichtige Schnittstelle des Gebäudes, über die alle weiteren Bereiche erreicht werden, darstellt. Im Erdgeschoss befinden sich, neben den nach Norden ausgerichteten Büroeinheiten, ein Sozial- und Pausenraum mit angeschlossener Teeküche sowie der Laborbereich mit einer mikrobiologischen Arbeitseinheit. Weitere Büroräume sowie ein großzügiger Besprechungsraum sind im Obergeschoss untergebracht. Das Untergeschoss beinhaltet die technischen Versorgungsräume, Archive und Lagerräume, sowie einer Anzahl an überdeckten und witterungsgeschützten Stellplätzen. Das statische Konzept wird über Außenwände und eine flurbegleitende Tragstruktur abgeleitet. Dies ermöglicht maximale Flexibilität in der jetzigen und zukünftigen räumlichen Aufteilung des Gebäudes. Die Fassadenaufteilung ist in der Lage, den sich ändernden Anforderungen an das räumliche Konzept Rechnung zu tragen, ohne formalästhetische Einschränkungen hinnehmen zu müssen.

Das eingeschossige Betriebsgebäude mit Fahrzeughalle, Werkstatt und Lager entspricht in Form und Materialität dem Verwaltungsgebäude und ist leicht versetzt, parallel zu diesem angeordnet.

Materialität

Die Ausführung sämtlicher Büro- sowie Flurtüren in Glas ermöglicht benachbarte Räume in unterschiedlichem Maße physisch und optisch miteinander zu verbinden und schafft so eine angenehme Arbeits- und Aufenthaltsatmosphäre für Nutzer und Besucher.

Der Innenbereich ist zudem durch eine Reduktion auf wenige Materialien gekennzeichnet: Die Wände und Decken wurden durchgehend in weiß ausgeführt, lediglich die Bodenflächen, aus widerstandsfähigen Naturkautschuk, setzen in den Bürozonen durch ein angenehmes Grün einen Farbakzent.

Energiekonzept

Das Gebäudekonzept berücksichtigt energetische Aspekte um den Heizwärmebedarf, bzw. die Bewirtschaftungskosten des Gebäudes möglichst gering zu halten. Durch eine nachhaltige Planung bei der Materialwahl und diverser Energiesparsysteme ist ein energie- und kostenoptimiertes sowie nachhaltiges Gebäude ganz im Sinne des Leitbildes und der Philosophie des Unternehmens entstanden. Die Baukonstruktion ist einfach, robust und bewährt. Das Materialisierungskonzept basiert auf den Grundprinzipien der Nachhaltigkeit und ökologischer Optimierung. Der Einsatz von Holz, in Form der vertikalen Holzverschalung der Fassade, als nachwachsender Rohstoff mit neutraler CO2-Bilanz unterstützt dieses Ziel.

Außenanlagen

Die Freianlagen um den Neubau stellen eine ausgewogene Synergie aus betrieblich bedingten Funktionsflächen und repräsentativen Entreesituationen dar. Der Betriebshof zwischen Verwaltungs- und Betriebsgebäude besteht ebenso wie die Zufahrtstrasse zu den Parkflächen vor dem Verwaltungsgebäude aus einer monochromen belastbaren Asphaltfläche. Im Kontrast hierzu stehen die hellen Beläge der Stellplätze, welche aufgrund der Topographie auf unterschiedlichen Ebenen angelegt wurden. Die großzügige Vorzone mit dem Haupteingangsbereich auf der Südseite des Verwaltungsgebäudes bildet zum einen die offene Zugangsfläche und zum anderen die Erschließung zur Mitarbeiterterrasse welche mit großformatigen Betonplatten 1x1m ausgestattet wurde. Ein zweireihiger Heckenstreifen bildet die Zugangsschleuse. Durch das Pflanzen von zwei mehrstämmigen Formgehölzen, die Anordnung von Pollerleuchten und nicht zuletzt durch das Aufstellen von langgestreckten Sitzmöglichkeiten wurde die Aufenthaltsqualität auf der Terrasse zusätzlich erhöht. Um ein homogenes Gesamtbild zu erhalten wurden möglichst wenige Materialien für die befestigten Flächen wie Asphalt, Betonpflaster, Basaltschotter vom Saarbrücker Landschaftsarchitekten Dutt und Kist ausgewählt und farblich auf die Fassade abgestimmt.

 

Bauherr: KNE-Kommunale Netze Eifel AöR, Niederprüm

Architekten: WW+, Trier, Werner Schaack, Trier

Landschaftsarchitekten: HDK Dutt & Kirst, Saarbrücken

 

Das Projekt wurde beim Baukulturpreis Eifel 2015 in der Kategorie "Gewerbebauten" mit einer Auszeichnung prämiert.

 

Hier die Bewertung der Jury:

"Das Projekt, in städtebaulich exponierter Lage, überzeugt durch einfache, kubische, dem Geländeverlauf folgende Baukörper. Die Funktionsbereiche und auch die Zugangssituationen für Verwaltung und Betrieb sind klar ablesbar.
Bei der äußeren Gestaltung standen Nachhaltigkeit und Ökologie im Vordergrund, was in der Fassadenverkleidung in Form einer vertikalen Verschalung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz deutlich wird. Die sehr reduzierte Materialität im Gebäudeinneren mit lichtdurchfluteten, hellen Arbeitsplätzen führt zu hoher Aufenthaltsqualität und guten Arbeitsbedingungen.
Die Freianlagen stellen eine ausgewogene Synergie zwischen betrieblichen Anforderungen und repräsentativer Eingangssituation dar.
Hinsichtlich seiner Architektur, landschaftlichen Einbindung und Nachhaltigkeit ist das Ensemble beispielgebend für die geplante Gewerbegebietserweiterung.
Die Entscheidung des Bauherrn, durch einen Architektenwettbewerb eine qualitätsvolle konzeptionelle und standortgerechte, nachhaltige Lösung zu fi nden, erweist sich als richtig und belegt eine hohe Planungskultur."

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